Fahrspaß im Alltag

 

Einfache Gebrauchsräder werden in der Fachsprache als Tourenräder oder Citybikes bezeichnet. Sie sind eigentlich nicht dafür ausgelegt, über bergige Pisten zu fahren oder möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Vielmehr wollen sie den Besitzer sicher und komfortabel von einem Punkt zum anderen bringen.

 

Das Angebot ist dementsprechend groß. Preiswerte No-Name-Räder gibt es bereits für wenige hundert Euro, vorzugsweise bei Discountern oder Baumärkten. Allerdings: Diese Räder unterscheiden sich in der Regel erheblich von ihren Markengeschwistern. Nicht nur, dass meist einfachste Komponenten verbaut werden, auch die Fertigungsqualität ist oft eher niedrig.

Die enormen Qualitätsunterschiede wirken sich so auf Sicherheit, Fahrspaß und die Lebensdauer des Rades aus. Besonders unerfahrene Kaufinteressierte sollten sich also kompetent beraten lassen. Die meisten Kriterien, die bei der Auswahl und beim Kauf eines Tourenrads angelegt werden sollten, gelten übrigens auch für die Trekking- und Reiseräder.

 

 

Der richtige Rahmen

Für großes Fahrvergnügen bei geringer Belastung der eigenen Muskelkraft ist die Rahmenhöhe ausschlaggebend. Sie wird von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sitzrohrs gemessen und sollte nicht nur von der Körpergröße abhängig gemacht werden. Genauso wichtig ist die Schrittlänge, also die Innenbeinlänge vom Boden bis zum Schritt. Beide Werte kann der Fachhändler ermitteln und damit den richtigen Rahmen aussuchen. Die Größe wird in Zoll angegeben.

 

Für das Handling des Rads, die Langlebigkeit und die Sicherheit eines Rahmens spielen Material und Verarbeitung eine entscheidende Rolle.

 

Citybikes werden in der Regel nur in zwei Varianten angeboten: Mit einem Stahlrahmen in Speziallegierung und mit Aluminumrahmen. Ein Stahlrahmen ist schwerer, dafür aber grundsätzlich belastbarer. Aluminium hingegen macht das Fahrrad leichter, ist aber nicht ganz so robust. Wenn ein Fahrrad nur selten getragen werden muss - zum Beispiel in einen Fahrradkeller - ist also nicht zwangsläufig ein Alurahmen einem Stahlrahmen vorzuziehen.

 

Die Sitzposition

Beim Fahren spielt die richtige Sitzposition eine wichtige Rolle. Diese wird nicht nur durch den Rahmen, sondern auch durch Sattel und Lenker bestimmt. Beide müssen individuell auf die Größe des Fahrers einstellbar sein, damit beim senkrechten Beintritt in die Pedale genügend Spielraum verfügbar ist.

 

 

Der Lenker

Die Auswahl des richtigen Lenkers kann die sichere Kontrolle des Bikes verbessern und das Fahrvergnügen steigern. Es gibt die unterschiedlichsten Formen, die dem jeweiligen Fahrverhalten entgegenkommen. Die gerade Lenkstange kann nach stundenlangen Radtouren durch widriges Gelände für schmerzende Gelenke sorgen. Abhilfe schaffen speziell gekrümmte Versionen, mit Bügeln und unterschiedlichen Griffen.

 

Als Faustregel gilt: Der Lenker sollte nicht breiter sein als die eigenen Schultern und immer auf die eigene Sitzposition eingestellt werden. Wer trotzdem einen Druck auf die Schulterpartie oder die Handgelenke verspürt, sollte mit dem Händler über einen anderen Lenker sprechen.

 

Der Sattel

Für das gelegentliche Fahren empfiehlt sich ein bequemer Sattel, der eine gute Haltung ermöglicht. Je mehr Gewicht auf dem Sattel lastet - wie bei City- oder Tourenrädern -, desto breiter sollte der Sattel sein. Eine gute Federung darf nicht fehlen, außerdem steigern eingearbeitete Schaumstoff- oder Gelkissen den Komfort. Auch wenn in der Regel nur kurze Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, trägt die Bequemlichkeit des Sattels deutlich zur entspannten Haltung auf dem Rad bei. Ein unbequemes Fahrrad kann die Gelenke auch bei kurzen Distanzen belasten. Je sportlicher das Rad, desto schmaler wird der Sattel. So ist er bei Rennrädern extrem schmal; allerdings lastet dort das Hauptgewicht des Körpers auf den Armen des Fahrers und ein breiter Sattel würde beim sportlichen Fahren eher störend wirken.

 

 

Die Schaltung

In der Werbung der Hersteller spielen oft Gangschaltungen mit möglichst vielen Gängen eine wichtige Rolle. Allerdings kann man hier bei einem Tourenrad Abstriche machen. Mehr als sieben Gänge sind für eine normale Nutzung des Fahrrads im Alltag nicht notwendig, da in der Regel keine überdurchschnittlichen Anstiege zu bewältigen sind und der normale Verkehr keine Rennumsetzung erfordert. In den Geschäften stehen aber auch zahlreiche Modelle mit Schaltungen bis zu 24 Gängen.

 

Der Käufer sollte sich allerdings genau überlegen, ob er diese tatsächlich benötigt, da sie in preiswerten Ausführungen häufig problemanfälliger sind als Schaltungen mit weniger Gängen. Bei hochwertigen Baugruppen - so benennt der Profi die verschiedenen Teile der Schaltung - sind allerdings auch bei vielen Gängen kaum Probleme zu erwarten. Doch Qualität hat auch hier seinen Preis.

 

Die Bremsen

Keine Kompromisse dürfen bei den Bremssystemen gemacht werden. Sie müssen jederzeit funktionstüchtig sein und auch in unerwarteten Situationen abrupt den Stillstand ermöglichen. Bei Citybikes kommen in der Regel die klassischen Felgen- und Rücktrittbremsen zum Einsatz. Viele Modelle verfügen über zwei Felgenbremsen, je eine vorn und hinten.

 

 

Wer allerdings mit einem Rad mit Rücktritt groß geworden ist, sollte sich überlegen, ob er nicht auf die andere Variante zurückgreift: Felgenbremse vorn und Rücktritt hinten. Bei qualitativ hochwertigeren Fahrrädern sind beide Systeme als gleichwertig anzusehen.

 

Neben den Standardbremsen bietet der Handel auch zahlreiche Spezialsysteme an, die durch unterschiedliche technische Eigenschaften überzeugen, aber auch einige Nachteile haben. Sie sind wesentlich teurer und beim Kauf gilt es, sich genau zu informieren.

 

Reifen und Profil

Auch die Wahl des Reifens hat Einfluss auf das Fahrvergnügen. Dabei gilt die Faustregel: Je schmaler und glatter ein Reifen ist, desto schneller läuft er. Breite, stollige Reifen hingegen verlangsamen zwar die Fahrt, sorgen aber für wesentlich besseren Griff. Deshalb sind Rennräder mit sehr dünnen, Mountainbikes hingegen mit sehr breiten Reifen ausgestattet. Für Tourenräder empfiehlt sich ein Kompromiss mit einem relativ glatten Profil und einer Breite von 25 bis 30 mm.

 

Die Ausstattung

Tourenräder werden in der Regel mit allen Bauteilen angeboten, die von der Straßenverkehrsordnung vorgegeben sind. Aber natürlich gibt es auch in Bezug auf die Lichtanlage und den Dynamo erhebliche Unterschiede. Sinnvoll sind Leuchten mit Halogenlicht, weil sie ein helleres Licht abgeben. Bei modernen Fahrrädern geht das Licht nicht sofort aus, wenn das Rad zum Stillstand kommt, sondern brennt etwas nach. So kann man beispielsweise auch beim Stehen an der Ampel gut gesehen werden.

 

 

Zu berücksichtigen ist zudem, dass man mit dem Citybike auch kleine Lasten transportiert. Beim Kauf eines Rades sollte man sich erkundigen, ob es spezielle Aufbauten oder Körbe für das Rad gibt. Denn jede zusätzliche Last verändert das Fahrverhalten. Zudem mindern wackelige oder falsch angebrachte Körbe die Sicherheit.